Die Ziele des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG): Der Gesetzgeber will mehr Einsatz sehen

Der neue gesetzliche Rahmen für die Betriebsrente zielt vor allem auf eine stärkere Verbreitung und eine Erhöhung der durchschnittlichen Beiträge in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ab. Damit schafft das BRSG verbesserte Bedingungen und neue Anreize in der betrieblichen Altersversorgung. Für Sie ergeben sich daraus neue, attraktive Verkaufsansätze: Nutzen Sie jetzt Ihre Chance auf Neugeschäft, schließlich verfügen Hunderttausende Betriebe und Millionen Arbeitnehmer über keine bAV-Lösung.

Punkten Sie mit guten Argumenten bei Ihren Kunden.

Das BRSG für Arbeitgeber: mehr Wertschöpfung durch finanzielle Wertschätzung

Mit der Einführung des Förderbetrags für Geringverdiener und des verpflichtenden Arbeitgeberzuschusses zur Entgeltumwandlung werden Unternehmer besonders in die Pflicht genommen. Neue steuerliche Förderungen schaffen entsprechende Anreize für das Engagement der Arbeitgeber.

Vor allem im Bereich der Personalpolitik ergeben sich interessante Chancen und Möglichkeiten. So können sich Arbeitgeber Vorteile im Wettbewerb um Arbeitskräfte sichern und neue Wege zur Mitarbeitermotivation und -bindung erschließen.

  • Mitarbeitergewinnung

    88 % der Arbeitnehmer beurteilen das bAV-Angebot als wichtig für die Wahl des Arbeitgebers.*

    *Deloitte-Studie „bAV zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Studie zur betrieblichen Altersversorgung 2017“
  • Mitarbeiterbindung

    Eine bAV wird von Arbeitnehmern als Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Zeichen der Wertschätzung erlebt.

  • Kosteneffizienz

    Staatliche Förderung und Mitarbeiterbeteiligung gewährleisten im Verhältnis geringe Kosten.

Das BRSG für Arbeitnehmer: die beste betriebliche Altersversorgung aller Zeiten

Das BRSG schafft höchst attraktive Rahmenbedingungen für Arbeitnehmer in der bAV. Höhere Steuerfreibeträge für bAV-Beiträge, die rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente für kleine und mittlere Einkommen sowie der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung (ab 2019/2022) sprechen für sich.

Somit profitieren erstmals auch Geringverdiener von einer bAV und können sich mit einer cleveren Zusammenstellung der Gothaer Betriebsrentenlösungen extra viel Vorsorge für extra wenig Geld sichern.

Nutzen Sie das große Potenzial von KMU
17,1 Millionen Beschäftigte haben noch keine bAV.
Quellen: Alterssicherungsbericht 2016, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Stand: 2015
Statistik für kleine und mittlere Unternehmen, Bundesamt für Statistik, Stand: 2015

Erhöhung des Förderrahmens: Mehr Luft nach oben für Besser- und Spitzenverdiener

Bisher waren Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) West steuer- und sozialversicherungsfrei. Hinzu kam ein pauschaler Steuerfreibetrag in Höhe von 1.800 EUR pro Jahr, soweit keine pauschal versteuerte Direktversicherung nach "altem Recht" des § 40b EStG a. F. bestand.

Neue Rahmenbedingungen

Seit 01. Januar 2018 gilt der erhöhte Förderrahmen in der bAV – statt bisher 4 % können nun bis zu 8 % der BBG GRV West steuerfrei in die Betriebsrente eingezahlt werden. Sozialversicherungsfrei bleiben die Beiträge weiterhin bis 4 % der BBG.

Der pauschale Steuerfreibetrag in Höhe von 1.800 EUR entfällt.

2018 bedeutet das in Zahlen, dass bis zu 3.120 EUR steuer- und sozialversicherungsfrei sowie weitere 3.120 EUR steuerfrei in die betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden können. Somit erhöht sich der Förderrahmen für bAV-Beiträge auf 6.240 EUR im Jahr 2018.

Für wen ist die Erhöhung des Förderrahmens?

Die Erhöhung des Förderrahmens richtet sich vor allem an Besser- und Spitzenverdiener, die sich bAV-Beiträge über 260 EUR pro Monat leisten können.

Wie rechnet sich die Erhöhung des Förderrahmens?

2018 können nun 520 EUR monatlich per Entgeltumwandlung einkommensteuerfrei in die betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden, also maximal 6.240 EUR pro Jahr. Eine gute Möglichkeit, steuerlich gefördert Rücklagen fürs Alter zu bilden.

Vorteile und Argumente

Welchen Beitrag leistet die Erhöhung des Förderrahmens in der bAV?

Die Erhöhung des Förderrahmens ist ein hervorragendes Argument für Besser- und Spitzenverdiener, die Eigenbeiträge in die bAV zu erhöhen. Immerhin haben sie regelmäßig eine besonders große Rentenlücke zwischen letztem Nettogehalt und erwarteter gesetzlicher Rente.

Die wichtigsten Argumente für Arbeitgeber
  • Motivation und Bindung von Fach- und Führungskräften
  • Einfache Umsetzung in Direktversicherung möglich
Die wichtigsten Argumente für Arbeitnehmer
  • Bessere Vorsorge und somit Schließung der Vorsorgelücke
  • Ausschöpfen des steuerlichen Höchstbetrages

Der Gothaer Verkaufsansatz

„Aus 4 mach 8“ Betriebsrente für Besserverdiener

Wer viel verdient, kann jetzt noch mehr gefördert vorsorgen.

Die Erhöhung des Förderrahmens ist das beste Argument für Besserverdiener, ihre laufenden bAV-Beiträge ab 2018 zu erhöhen.

Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss: Wer auf Lohn verzichtet, hat bald noch mehr davon.

Mit der Einführung der Zuschusspflicht für Arbeitgeber (ab 2019 für Neuzusagen, ab 2022 für bestehende Zusagen) wird die Entgeltumwandlung für Arbeitnehmer noch attraktiver. Arbeitgeber werden in Zukunft 15 % des Arbeitnehmerbeitrags zahlen müssen – dies entspricht in etwa ihrer Sozialversicherungsersparnis.

So einfach funktioniert es!

Für wen ist der Arbeitgeberzuschuss?

Von der Neuregelung des verpflichtenden Arbeitgeber-Zuschusses profitieren alle Arbeitnehmer, die im Rahmen einer Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersversorgung einzahlen und deren Jahresbruttolohn die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) West nicht übersteigt. Im Jahr 2018 sind dies 78.000 EUR. 2019 wird die Beitragsbemessungsgrenze bei 80.400 EUR* liegen.

* Vorläufiger Wert der Rechengrößen in der Sozialversicherung, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Bundesrat

Wie rechnet sich der Arbeitgeberzuschuss?

Für bAV-Beiträge aus Entgeltumwandlung bis zu 3.120 EUR jährlich (4 % BBG GRV West 2018, entspricht einem Monatsbeitrag von 260 EUR) sind Arbeitgeber ab 2019 bzw. 2022 zuschussverpflichtet. Mindestens 15 % (bis zu 468 EUR jährlich bzw. bis zu 39 EUR pro Monat) fließen so zusätzlich in die Betriebsrente des Arbeitnehmers.

In 2019 gilt: Zuschusspflichtig sind bAV-Beiträge aus Entgeltumwandlung bis zu 3.216 EUR* jährlich bzw. 482,40 EUR* monatlich. Entsprechend fließen 468 EUR* pro Jahr oder 40,20 EUR* pro Monat zusätzlich in die Betriebsrente des Arbeitnehmers.

Für Unternehmer läuft dies auf eine Plus-Minus-Null-Rechnung hinaus: Der Pflichtzuschuss liegt sogar noch unter der tatsächlichen Sozialversicherungsersparnis in Höhe von 19,375 %.

* Vorläufiger Wert der Rechengrößen in der Sozialversicherung, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Bundesrat

Vorteile und Argumente

Welchen Beitrag leistet der Arbeitgeberzuschuss in der bAV?

Der Pflichtzuschuss ab 2019 (für Neuzusagen) bzw. 2022 (für bestehende Zusagen) entlastet Arbeitnehmer bei der Finanzierung ihrer Betriebsrente.

Vor allem aber dient der Arbeitgeberzuschuss als Anreiz für Arbeitnehmer, sich aktiv für die Entgeltumwandlung in eine bAV zu entscheiden. Schließlich gilt: ohne Eigeninitiative kein Zuschuss. Umso höher der Zuschuss ausfällt, desto mehr leistet er auch als personalpolitisches Instrument. Wer als Arbeitgeber über seine Pflicht hinaus zur Altersvorsorge seiner Mitarbeiter beiträgt (beispielsweise mit einem Zuschuss in Höhe von 25 % oder sogar 50 %), nutzt die bAV sinnvoll als Motivations-, Bindungs- und Recruiting-Instrument.

Die wichtigsten Argumente für Arbeitgeber
  • Frühzeitig die aktuell vorhandene bAV in Bezug auf die arbeitsrechtliche Änderung durch das BRSG (verpflichtender AG-Zuschuss) prüfen und von Neuerungen profitieren
  • Zuschuss aktiv als personalpolitisches Instrument nutzen und Wertschätzung für den Arbeitnehmer signalisieren
  • Schlanke Verwaltung durch die Entwicklung eines einheitlichen bAV-Konzepts für das gesamte Unternehmen
Die wichtigsten Argumente für Arbeitnehmer
  • Entgeltumwandlung sichert zusätzlichen Beitrag vom Arbeitgeber
  • Attraktive Vorsorge mit 3-fach Förderung: Steuerersparnis, Sozialversicherungsersparnis und "on top-Zuschuss"
  • Umso höher die Entgeltumwandlung, desto höher der Zuschuss

Kompakte Informationen für Arbeitgeber

Informieren Sie sich als Arbeitgeber über die wichtigsten Eckpunkte des Pflichtzuschusses zur Entgeltumwandlung. Alle wichtigen Fakten hat die Gothaer in einer kurzen Präsentation für Sie zusammengestellt.

Die Gothaer Lösungen

Gemeinsam mit dem Arbeitgeber setzt die Gothaer eine einheitliche, auf das Unternehmen zugeschnittene Lösung um. Dabei berücksichtigen wir Bestands- und Neuzusagen, um ein Konzept aus einer Hand und aus einem Guss zu realisieren. So ermöglichen wir minimale Verwaltungsaufwände und maximale Motivationswirkung.

Neuzusagen

Ab 01.01.2019 erteilte Zusagen sind sofort zuschusspflichtig.
  • Neuzusagen ab 2019

Jeder Mitarbeiter, der neu in die betriebliche Altersversorgung einsteigt, erhält bei der Gothaer eine Vorsorgelösung, die die neuen gesetzlichen Regelungen berücksichtigt und erfüllt.

Bestehende Zusagen

Vor dem 01.01.2019 erteilte Zusagen sind spätestens ab 01.01.2022 zuschusspflichtig.
  • Bestehende Zusagen ab 2015

Bestehende Zusagen bei der Gothaer, die seit 01.01.2015 erteilt wurden, erhöhen wir in der Regel ganz einfach um den Arbeitgeberzuschuss. Wahlweise mit zusätzlicher Entgeltumwandlung.

  • Bestehende Zusagen vor 2015

Aus rechtlichen Gründen erfolgt die Anpassung bei älteren Zusagen in zwei Schritten:

1. Interne Verrechnung im Bestandsvertrag (Arbeitnehmerbeitrag und Arbeitgeberzuschuss werden neu aufgeteilt, die Gesamtbeitragshöhe bleibt unverändert).
2. Abschluss eines ergänzenden Neuvertrags, wahlweise mit zusätzlicher Entgeltumwandlung.

Beispielhaft gerechnet

Lösungsansatz 15-25-50: Das Motivationsplus für (fast) null Aufwand.

Rechenbeispiel mit 25 % Arbeitgeberzuschuss (15 % Pflicht, 10 % freiwillig).

Ein AG-Zuschuss in Höhe von 25% kann fast kostenneutral umgesetzt und zusätzlich als Betriebsausgabe gewinnmindernd geltend gemacht werden.

Extra viel Motivation für extra wenig Aufwand.

Rechenbeispiel mit 50 % Arbeitgeberzuschuss (15 % Pflicht, 35 % freiwillig).

Selbst bei einem nennenswerten AG-Zuschuss von 50 % bleibt der reale Nettoaufwand für den Arbeitgeber überschaubar.

Alle Rechenbeispiele basieren auf Werten aus 2018.

Bei Ihrem Gothaer Firmenberater finden Sie kompetente Unterstützung bei der Gestaltung und Umsetzung einer sinnvollen Lösung.
Die Gothaer empfiehlt Ihnen daher eine individuelle Beratung.

Förderbetrag für Geringverdiener: die kleine, vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente

Mit dem Förderbetrag für Geringverdiener führt das BRSG ein absolutes Novum in der bAV ein: eine staatlich bezuschusste, ausschließlich vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente. Mit der neuen ZuschussRente bietet die Gothaer eine optimale Lösung.

Für wen ist die ZuschussRente?

Die ZuschussRente kann für alle Arbeitnehmer mit bis zu 2.200 EUR monatlichem Bruttolohn abgeschlossen werden. Hierzu zählen neben Vollzeitkräften mit kleinen und mittleren Einkommen explizit auch Minijobber und Teilzeitkräfte. Die ZuschussRente ist auf Mitarbeiter im ersten Dienstverhältnis beschränkt. Angestellte in einem Zweit- bzw. Nebenjob dürfen nicht versichert werden.

  • Geringverdiener

    bis ca. 12,60 EUR Stundenlohn bei 40-Stunden-Woche

  • Teilzeitkräfte

    bis 2.200 EUR Monatsbrutto (Jahresbrutto bis 26.400 EUR)

  • Midijobber

    Arbeitnehmer in der sog. Gleitzone (451 EUR bis 850 EUR pro Monat)

  • Minijobber

    Geringfügige Beschäftigung (450 EUR pro Monat oder zeitlich begrenzt)

Wie rechnet sich die ZuschussRente?

Der monatliche Beitrag zwischen 20 und 40 EUR wird im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens direkt mit 30 % gefördert. So reduziert sich der Kostenaufwand für Arbeitgeber vor Steuern bereits auf moderate 14 bis 28 EUR.

Wie rechnet sich das für den Arbeitgeber?

Vorteile und Argumente

Welchen Beitrag leistet die ZuschussRente in der bAV?

Für den Aufbau einer bedarfsgerechten bAV soll die ZuschussRente als Anstoß für Arbeitnehmer dienen, im Rahmen einer Entgeltumwandlung die eigene Betriebsrente aktiv auszubauen. Damit sich dieses Engagement im Alter auch auszahlt, hat der Gesetzgeber die Anrechnungsregeln in der Grundsicherung entsprechend angepasst.

Die wichtigsten Argumente für Arbeitgeber
  • Zeichen der Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern
  • Beweis des sozialen Verantwortungsbewusstseins
  • 30 %ige Förderung im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens
  • Der verbleibende Betrag wird als steuer- und gewinnmindernde Betriebsausgabe behandelt
Die wichtigsten Argumente für Arbeitnehmer
  • Geschenk vom Arbeitgeber
  • Kein Einfluss auf Brutto- oder Nettolohn
  • Keine Auswirkung auf die Form des Arbeitsverhältnisses (z.B. Minijob bleibt Minijob)
  • In Verbindung mit einer ebenfalls geförderten Entgeltumwandlung lohnt sich die bAV für kleine Einkommen so richtig

Der Gothaer Verkaufsansatz

25+25=100 ZuschussRente für Geringverdiener

Überzeugen Sie mit dem Doppelpack aus ZuschussRente und Entgeltumwandlung.

Die Kombination aus ZuschussRente und Entgeltumwandlung ermöglicht eine starke Betriebsrente – und attraktive Umsätze für Sie als Vermittler.

Rechenbeispiel ZuschussRente + Entgeltumwandlung mit 20 % AG-Zuschuss.

Weitere Neuregelungen rund um das BRSG

Freibeträge in der Grundsicherung

Bisher lohnte sich die private Vorsorge für Menschen mit geringen gesetzlichen Rentenansprüchen nicht. Renten aus freiwilliger Vorsorge wurden bisher voll auf Bezüge in der Grundsicherung angerechnet. Dies hat sich zum 01. Januar 2018 geändert.

Abgabenfreie Rente

Für Renten aus freiwilliger Vorsorge (inkl. Betriebsrenten) gilt nun ein Sockelfreibetrag von 100 EUR sowie ein erweiterter Freibetrag in Höhe von 30 % der darüber hinaus gehenden zusätzlichen Rentenbezüge.

Der erweiterte Freibetrag ist derzeit auf 108 EUR gedeckelt, so dass insgesamt max. 208 EUR aus freiwilliger Altersvorsorge nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. Dies entspricht 50 % des Regelbedarfs (seit 01.01.2018: 416 EUR für Alleinstehende).

Bis zu einer Rentenhöhe von knapp 460 EUR aus eigeninitiativer Vorsorge profitieren Bezieher der Grundsicherung zukünftig von der Neuregelung. Bestehen beispielsweise 120 EUR Rentenansprüche aus bAV und geförderter privater Vorsorge (Riester und Rürup), werden insgesamt 106 EUR (100 EUR Sockelfreibetrag + 30 % von 20 EUR) nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

Auch Rentner, die in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung pflichtversichert sind, profitieren von der Freigrenze.

Eigenvorsorge lohnt sich für Niedrigverdiener deutlich mehr als bisher

So rechnen sich die neuen Freibeträge.

Unterm Strich bedeuten die neuen Freibeträge vor allem eines: Betriebliche Altersversorgung lohnt sich für Arbeitnehmer mit kleinen Einkommen und entsprechend geringen gesetzlichen Rentenansprüchen deutlich mehr als bisher.

Vereinfachung der Vervielfältigungsregelung

Bei Ausscheiden eines Mitarbeiters aus seinem Arbeitsverhältnis kann gemäß § 3 Nr. 63 Satz 3 EStG ab sofort ein Betrag von 4 % der BBG pro Dienstjahr (max. 10 Jahre) steuerfrei in eine betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden. Die bisher erfolgte Anrechnung bereits geleisteter bAV-Beiträge entfällt.

Besonders interessant erweist sich diese Neuregelung vor allem für Arbeitnehmer, die ohnehin erwägen, eine Abfindungszahlung direkt in ihre Altersvorsorge zu investieren.

Maximale steuerfreie Zusatzeinzahlung = Dienstzeit (max. 10 Jahre) x 4 % der BBG

Einführung der Nachholungsregelung

Für Arbeitsverhältnisse, die ohne einkommensteuerpflichtige Einkünfte im Inland für mindestens ein Kalenderjahr ruhten, war es bisher nicht möglich, Beiträge gefördert in eine bAV einzuzahlen. Diese Lücke wird mit dem BRSG nun geschlossen und in § 3 Nr. 63 Satz 3 EStG umgesetzt.

Ab 01.01.2018 dürfen für Arbeitsverhältnisse, die mind. ein volles Kalenderjahr (vom 01.01. bis 31.12.) geruht haben, pro Jahr bis zu 8 % der BBG in eine betriebliche Altersversorgung nachgezahlt werden - und zwar für bis zu 10 Kalenderjahre.

Maximale steuerfreie Zusatzeinzahlung = Dienstzeit (max. 10 Jahre) x 8 % der BBG

Das Sozialpartnermodell (bAV II)

Neben den Änderungen in der „klassischen“ betrieblichen Altersversorgung (bAV I) wird im Rahmen des BRSG auch das neue Sozialpartnermodell eingeführt. Die sogenannte Nahles-Rente sieht vor, dass die Betriebsrente zum festen Bestandteil von Tarifvertragsverhandlungen wird. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften sollen also zukünftig Branchenlösungen für die Betriebsrente aushandeln.

Hintergrund des Sozialpartnermodells ist die nach wie vor zu geringe Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland. Der demografische Wandel und die damit verbundene Schwächung des gesetzlichen Rentensystems zwingen langfristig zu einer Veränderung der Altersvorsorge in Deutschland – private und betriebliche Modelle sollen weiter gestärkt werden.

Das Novum: die reine Beitragszusage

Bisher scheuten viele Arbeitgeber und Unternehmen das Haftungsrisiko in der bAV. Das Sozialpartnermodell sieht deshalb erstmals eine „reine Beitragszusage“ ohne Garantien vor: Arbeitgeber verpflichten sich zur Beitragszahlung an externe Versorgungsträger, müssen aber für deren Erhalt oder Entwicklung bis Rentenbeginn bzw. für eine bestimmte Rentenhöhe nicht mehr garantieren. Die Arbeitnehmer tragen somit das volle Anlagerisiko.

Das Sozialpartnermodell bedeutet aber nicht nur eine Verschiebung der Haftung vom Arbeitgeber zum Arbeitnehmer. Der Verzicht auf Beitrags- oder Rentengarantien erlaubt im Umkehrschluss deutlich renditestärkere Anlagestrategien für die eingezahlten Beiträge. Arbeitnehmer erhalten so die Chance, deutlich höhere Betriebsrenten zu erzielen als bisher.

Als Ausgleich für den Wegfall der Haftung soll sich der Arbeitgeber zudem mit zusätzlichen Sicherungsbeiträgen an der Absicherung der Zielrenten beteiligen. Diese sind zwar nicht verpflichtend zu leisten, können und sollen jedoch von den Sozialpartnern in Tarifverträgen vorgesehen werden.

Auf Grundlage der Beiträge wird nach kaufmännischen Grundsätzen eine gewissenhafte Schätzung bzw. Hochrechnung durchgeführt, um die potenzielle spätere Rentenleistungen („Zielrente“) zu beziffern. Diese soll über die Zeit kontinuierlich überwacht und ggf. korrigiert werden. Arbeitnehmer erhalten so vorab eine Vorstellung über die zu erwartende Betriebsrente – und bleiben über deren tatsächlich Entwicklung auf dem Laufenden.

Die Voraussetzung: Verankerung im Tarifvertrag

Namensgebend für die neue bAV II sind die Tarifparteien (Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften), die – nach österreichischem Vorbild – auch als Sozialpartner bezeichnet werden. Entsprechend spielt der Abschluss von Tarifverträgen eine entscheidende Rolle im Sozialpartnermodell.

Um die Nahles-Rente und vor allem die reine Beitragszusage im Unternehmen umsetzen zu können, muss diese als Möglichkeit direkt im Tarifvertrag verankert werden. Alternativ kann die Einigung über die reine Beitragszusage auch den Betriebsparteien (Betriebs- oder Personalrat sowie Arbeitgeber) überlassen werden. Auch diese Option muss jedoch eindeutig im Tarifvertrag erfasst sein.

Die Umsetzer: Externe Versorgungsträger

Die neuen gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass sich die Sozialpartner auf einen „tariflichen Versorgungsträger“ einigen. Der externe Partner (Produktgeber) wird also ebenfalls tarifvertraglich festgeschrieben. Dabei kann es sich um bestehende Träger der betrieblichen Altersversorgung handeln, oder aber um solche, die gezielt zur Umsetzung einer „Tarifrente“ gegründet werden bzw. bereits gegründet wurden, wie das „Das Rentenwerk“.

Für die Durchführung kommen Pensionskassen, Pensionsfonds sowie die Direktversicherung in Frage.

Paradigmenwechsel bei der Teilnahme: das Optionssystem

Künftig rechtssicher kann im Rahmen eines Tarifvertrags auch eine „automatische“ Teilnahme an der betrieblichen Altersversorgung festgeschrieben werden. Das heißt: Für jeden Mitarbeiter wird eine Betriebsrente auf Basis der Entgeltumwandlung eingerichtet, gegen die der Arbeitnehmer jedoch Widerspruch einlegen kann (Opting-out). Dieses Modell wird als Optionssystem bezeichnet.

Widerspricht ein Angestellter nicht innerhalb eines Monats nach Erhalt des Angebots des Arbeitsgebers, gilt das Angebot als angenommen. Voraussetzung ist, dass das Angebot drei Monate vor der ersten Fälligkeit vorgelegt wird, den zur Umwandlung anstehenden Betrag bzw. Teil der Vergütung eindeutig beziffert und auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird.

Offen für alle: Möglichkeiten für nicht tarifgebundene Betriebe

Grundsätzlich können auch nicht tarifgebundene Arbeitgeber mit ihren Angestellten die Einführung einer Tarifrente vereinbaren. Voraussetzung ist die Zustimmung des Versorgungsträgers. Die Tarifparteien selbst sind aufgefordert, den Zugang zur Tarifrente auch nicht tarifgebundenen Unternehmen zu ermöglichen.

Nichttarifgebundene Arbeitgeber können auch in der bAV I das tarifvertragliche Optionssystem „ihrer Branche“ anwenden oder auf der Grundlage eines solchen eine Regelung in Betriebs- oder Dienstvereinbarungen treffen.

Portabilität: Die bAV II ist nicht an den Arbeitgeber gebunden

Nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses haben Arbeitnehmer gegenüber dem Versorgungsträger das Recht, die bAV mit eigenen Beitragszahlungen fortzusetzen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, den Vertrag bzw. das gebildete Versorgungskapital auf die Versorgungseinrichtung eines neuen Arbeitsgebers zu übertragen. Lediglich die Form der reinen Beitragszusage muss bei diesem Wechsel erhalten bleiben.

Nicht zuletzt besteht grundsätzlich die Möglichkeit, eine „traditionelle“ bAV I in das Sozialpartnermodell eines neuen Arbeitsgebers zu übertragen. Die „umgekehrte“ Portabilität ist allerdings nicht vorgesehen.

Die Rahmenbedingungen: Die Regelungen der bAV I gelten

Die sonstigen Neuregelungen des BRSG finden auch im Sozialpartnermodell Anwendung. Der Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15 % ist ab Vertragsbeginn zu gewähren. Auch hier gilt die Zuschusspflicht nur, soweit der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Abweichende Regelungen können jedoch im jeweiligen Tarifvertrag vereinbart werden (Tariföffnungsklausel).

Weitere Informationen zu unserem Engagement im „Das Rentenwerk“ finden Sie hier.

Ihr starker Partner seit 1820

Die Gothaer gehört mit 4,2 Millionen Mitgliedern und Beitragseinnahmen von 4,4 Milliarden EUR zu den großen deutschen Versicherungskonzernen und ist einer der größten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit in Deutschland. Durch qualitativ hochwertige Risiko- und Finanzkonzepte erhalten unsere Kunden umfassende Lösungen, die über die reinen Versicherungs- und Vorsorgefragen hinausgehen.

Unsere Leidenschaft: eine leistungsstarke betriebliche Altersversorgung

Dank jahrzehntelanger Erfahrung zählt die betriebliche Altersversorgung (bAV) zu unseren Kernkompetenzen. Ihre Kunden profitieren von unserem breiten Portfolio zeitgemäßer Versicherungslösungen mit attraktiven Leistungen und einem hohen Maß an Flexibilität.

Kennzeichnend für das bAV-Angebot der Gothaer ist die geschlossene Dienstleistungs- und Wertschöpfungskette – sowohl für Ihre Kunden als auch für Sie als Vermittler. Verlassen Sie sich auf das Know-how ausgewiesener Spezialisten:

  • Gothaer Maklerbetreuung (für Partnervertriebe)
  • Gothaer Risikomanager Vorsorge (für den Multikanalvertrieb)
  • Firmen- und Verbandsberater (für alle Vertriebswege)
  • Zentrales Account Management (Großkunden und Spartenmakler)
  • GBG – Consulting für betriebliche Altersvorsorge GmbH (Schwerpunkt Beratung), gbg-consulting.de
  • Pensus Pensionsmanagement GmbH (Beratung, Verwaltung, Outsoursing, Privatisierung öffentlicher Versorgungssysteme), pensus.de

    Unsere Mitarbeiter und Service-Gesellschaften tun alles, um Sie und Ihre Kunden zu entlasten und alles in Ihrem Sinn zu regeln. Unter anderem bieten wir Ihnen eine schlanke Verwaltung und umfassende Vertriebsunterstützung.

    Die Gothaer - ein starker und verlässlicher Partner

    Unsere langjährige Expertise zeigt sich in der erfolgreichen Betreuung komplexer Versorgungssysteme, auch bei Referenzkunden wie z.B. IKEA oder Lufthansa. Als Garantiegeber stehen wir zuverlässig und dauerhaft für die bAV Ihrer Kunden ein. Unsere Stabilität und Finanzkraft ist durch unabhängige Ratings belegt. Auch die Solvency-II-Quote mit über 100 % beweist unsere Finanzstärke.

    Unser Engagement im Rentenwerk

    Gemeinsam mit der Barmenia Lebensversicherung a.G., der Debeka Lebensversicherungsverein a.G., der HUK-COBURG-Lebensversicherung AG und der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. haben wir „Das Rentenwerk“ gegründet. In diesem starken Verbund unterstützen wir die Tarifpartner bei den Herausforderungen der neuen Betriebsrente im sogenannten Sozialpartnermodell („Nahles-Rente“ oder bAV II).

    Mit vereinten Kräften und gebündelter Expertise wollen wir die Sozialpartner im Kampf gegen Altersarmut mit leistungsstarken bAV-Lösungen ausstatten.

    Weitere Informationen finden Sie auf dasrentenwerk.de.